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"Von Paulus' Freude anstecken lassen"
Ökumenische Ausstellung "Mensch Paulus" zum Paulusjahr festlich eröffnet

 


Diplom-Theologin Beate Eichinger berichtete mit begeisterten Worten
von Leben und Wirken des großen Heiligen und stellte dabei auch die
Ausstellung über den Wandermissionar Paulus vor.

 

Geiselhöring. Im Rahmen des vom Papst ausgerufenen "Paulusjahres 2009" wurde am Dienstag abends im katholischen Pfarrheim am Viehmarktplatz die Ausstellung "Mensch Paulus" feierlich eröffnet. Referentin Diplom-Theologin Beate Eichinger verstand es, mit ihrem Multimediavortag "Paulus - Stationen seines Lebens" die Ausstellung vorzustellen und zugleich das Leben des Heiligen in ansprechender Weise zu vermitteln. So war die Gemeinde an diesem Abend "mit Paulus auf der 4. Missionsreise", freute sich Stadtpfarrer Josef Ofenbeck.

 

"Paulus war ein unruhiger Zeitgeist, ständig unterwegs. Seit seinem persönlichen Berufungserlebnis verkündete er überall die Botschaft von Jesus Christus und die Hoffnung auf die Auferstehung", begann Beate Eichinger, die seit 2002 als stellvertretende Dienststellenleiterin der "KEB - Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg" tätig ist, ihren begeisternden Vortrag. Paulus weitete das Missionsgebiet auf die Heiden aus. Viele, jedoch längst nicht alle, wurden von seiner Begeisterung angesteckt und bildeten Glaubensgemeinschaften, führte die theologische Referentin aus, und so seien seine Missionsreisen auch oft von Konflikten geprägt gewesen: "Er kam weit herum, aber sein heiß ersehntes Traumziel war Rom. Aus seinen Briefen wird seine Vorstellung von Gemeinde lebendig. Den Mitarbeitern in der Mission, Männer wie Frauen, und der Gemeindeleitung spricht er eine wichtige Rolle zu."

 

Die begeisterte Theologin stellte auch die eigentliche Ausstellung vor: Große, lebendig gestaltete Schautafeln berichten in anschaulicher Weise von Leben und Wirken des christlichen Wandermissionars Paulus, von Stationen und Situationen aus seinem Leben, informativ belegt mit Bibelstellen, erklärenden Texten und untermalt von Landkarten und Bildern.

 

Besonders hob die glaubensstarke Christin dabei stets hervor, dass es sich bei Paulus nicht nur um einen leidenschaftlichen Verkünder des Wortes Gottes handelte, sondern dass er seinen Glauben auch vorlebte und seiner Leidenschaft für Gott alles unterordnete.

 

Geboren als Saulus wurde der Völkerapostel als Sohn wohlhabender Eltern vor 2000 Jahren um das Jahr 9 nach Christus in Tarsus, das damals eine pulsierende Metropole in Kleinasien war, in der sich viele Götterkulte tummelten. "Während Jesus gerne Begriffe aus der Landwirtschaft verwendete, spiegelt sich in Paulus' Briefen, die der älteste Teil des Neuen Testaments sind, das städtische Umfeld wider, das in prägte", erklärte die engagierte Katholikin. Als Christenverfolger erlebte der Zeltmacher Saulus dann um das Jahr 32 nach Christus seine Berufung vor Damaskus und wurde zum Paulus. Beim zweiten seiner drei Jerusalembesuche kam es um 49 n. Chr. zum Apostelkonzil, auf das Beate Eichinger anhand der Bibelstellen der Apostelgeschichte und des Galaterbriefes näher einging. Nach seinen drei Missionsreisen kam Paulus um die Jahre 58/60 nach Christus als Gefangener nach Rom und starb um 60/62 als römischer Staatsbürger den Märtyrertod.

 

"Paulus zeichneten sein starker Einsatz für soziale Gerechtigkeit ohne Unterschiede, da alle Menschen in Jesus Christus eins seien, und sein inniger Auferstehungsglaube aus", beschloss Beate Eichinger ihren ansprechenden Vortrag. Musikalisch umrahmt wurde der ökumenische Eröffnungsabend anfangs und zum abschließenden Imbiss vom neuen Bläserquintett "Geiselhöringer Kapelle zu fünft". Geöffnet ist die Paulusausstellung im katholischen Pfarrheimsaal, Viehmarktplatz 14, noch bis zum 4. Juni, werktags von 9 bis 11 Uhr und täglich von 20 bis 21 Uhr. Alle Christen sind willkommen.

 

Foto und Bericht: Manfred Bick, Allgemeine Laber-Zeitung.