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Auf den Spuren von Heiligen und Märtyrern in Polen
Fünf Tage auf den Spuren polnischer Heiliger - 41. Pilger- und Studienreise führte 130 Christen nach Warschau – Festliche Gottesdienste

 


Pfarrer i. R. BGR Lorenz Hägler (mittlerer Priester) überreichte
die gestiftete große Pilgerkerze während der heiligen Messe
in der Wallfahrtskirche der Unbefleckten Empfängnis von
Niepokalanow an Pater Ceslaw (linker Priester). Zuvor wurde sie
durch die 130-köpfige Wallfahrergruppe gereicht und jeder
konnte seine Anliegen und Gebetsmeinungen auf die Marienkerze übertragen.

 


Regionaldekan Monsignore Franz Meiler (St. Martin, Amberg),
Stadtpfarrer Josef Ofenbeck (Geiselhöring), Franziskanerpater Ceslaw,
Pfarrer i. R. Lorenz Hägler (seit 41 Jahren geistlicher Leiter und
Organisator der Pilger- und Studienreisen der Region Amberg-Sulzbach), Pfarrer Peter Häusler (Maxhütte-Haidhof), Pfarrer Andreas Hanauer (Pemfling), Pfarrer Andreas Renner (Schwandorf-Haselbach) und die
beiden Ministrantinnen aus der Pilgergruppe feierten mit den Wallfahrern
in der Franziskanerkirche von Niepokalanow eine festliche heilige Messe.

 


130 Pilger aus verschiedenen Dekanaten des Bistums Regensburg
nahmen mit ihren sechs Heimatpfarrern an der 41. Pilger- und
Studienreise der katholischen Region Amberg-Sulzbach nach Warschau
teil. Im Hintergrund die „Päpstliche Basilika Minor“ der Franziskaner von Niepokalanow, dem Kloster von Pater Maximilian Kolbe.

 

Geiselhöring. Fünf Tage der Gemeinschaft, des Glaubens und Betens, der Feier von festlichen Gottesdiensten in bedeutenden Kirchen und altehrwürdigen Kathedralen, aber auch der Besichtigung von prächtigen Schlössern mit gepflegten Parkanlagen, führte 130 Pilger, darunter auch Geiselhöringer Christen, von 2. bis 6. Juni 2009 mit einem Sonderzug ins katholische Polen. Auf den Spuren von Heiligen und Märtyrern der jüngeren Vergangenheit wurden unter der geistlichen Leitung von Pfarrer i. R. BGR Lorenz Hägler im Rahmen der 41. Pilger- und Studienreise der Region Amberg-Sulzbach die Hauptstadt Warschau und das nähere Umland bereist und ließen diese Tage zu einer im Glauben bestärkenden, erhebenden und beeindruckenden Reise werden. So bot sich den Teilnehmern die Möglichkeit Land und Leute, Geschichte und Gegenwart, den tiefen Glauben und weite Teile der unverbauten Natur Polens, aber auch seine kulinarischen Köstlichkeiten kennenzulernen und festzustellen, dass Papst Johannes Paul II. in Bildern, Denkmälern und den Herzen der Menschen überall gegenwärtig und lebendig ist.

 

Historisches Warschau

Pfarrer i. R. BGR Lorenz Hägler (Sulzbach-Rosenberg), Regionaldekan Monsignore BGR Franz Meiler (St. Martin, Amberg), Stadtpfarrer Josef Ofenbeck (Geiselhöring), Pfarrer Peter Häusler (Maxhütte-Haidhof), Pfarrer Andreas Renner (Schwandorf-Haselbach) und Pfarrer Andreas Hanauer (Pemfling) begleiteten dabei ihre Pfarrangehörigen. Monsignore Franz Meiler erstellte eigens Liedblätter für die Gottesdienste, die vom mitreisenden Organisten H. Merl begleitet wurden. Um diese Tage im Namen Gottes zu beginnen, feierten die Pilger eine heilige Messe in der Sankt-Anna-Kirche. Das beeindruckende, große Gotteshaus im Zentrum von Warschau, das früher den Bernhardinerinnen anvertraut war, ist die Pfarrkirche der Studentengemeinde.

Anschließend wurden bei einem Rundgang durch die Altstadt die Reste der gotischen Stadtmauer, der historische Marktplatz mit seinen alten Handelshäusern und das große Königsschloss besichtigt. Eine Busrundfahrt rundete die Stadtführung durch die alte und zugleich moderne Metropole ab. Der herrlich bepflanzte Lazienki-Park mit seinen vielen Bäumen, Blumen und zahmen Eichhörnchen, Enten und Pfauen ist mit seinen 73 Hektar nicht nur die größte Gartenanlage Warschaus, sondern auch die prächtigste. Auch den Wasserpalast bestaunten die Pilger: er ist das prunkvollste der vielen Bauwerke des Parks. Ursprünglich 1690 als Bad für den Prinzen Stanislaus erbaut, wurde er später vom polnischen König Stanislaus August umgebaut und erweitert.

 

Beim Kloster von Pater Maximilian Kolbe

Der Donnerstag führte die Pilgerreisenden zuerst nach Niepokalanow zur heiligen Messe in die den Ehrentitel „Päpstlichen Basilika Minor“ tragende große „Wallfahrtskirche der Unbefleckten Empfängnis“, deren Franziskanerkloster von Pater Maximilian Kolbe gegründet wurde.

Die Wallfahrergruppe wurde vom Klostervorsteher, Guardian Pater Stanislaw, persönlich begrüßt, Pater Ceslaw stellte die Ordensgemeinschaft und Pater Kolbes Leben etwas näher vor: Dieser wurde aufgrund seiner regen Missionstätigkeit 1941 nach Auschwitz deportiert. Als dort zehn Unschuldige zum Tod durch Verhungern bestimmt wurden, ging Pater Maximilian Kolbe im Austausch für einen Familienvater freiwillig in den Hungerbunker, damit dieser Mann verschont blieb. Als er wie durch ein Wunder nach zwei Wochen ohne Nahrung noch immer am Leben war, wurde er mit einer Giftspritze getötet. 1971 wurde Pater Kolbe vom Papst selig- und 1982 heiliggesprochen, wie bei einem geführten Museumsbesuch zu erfahren war.

Während dieses Festgottesdienstes übergab Pfarrer Lorenz Hägler die große Pilgerkerze, die zuvor alle Wallfahrer in Händen hielten und ihre Gebetsanliegen darauf übertragen konnten, an Pater Ceslaw. Neben der Kapelle und dem Zimmer des heiligen Maximilian Kolbe konnten auch die beiden originalen Papamobile von Papst Johannes Paul II. und das "Kloster-Feuerwehrauto" von 1926 besichtigt werden – von Pater Kolbes Zeiten bis heute besteht die Feuerwehr in Niepokalanow nur aus Franziskanermönchen.

 

Besuch bei Frederic Chopin

Auf der Weiterfahrt ließen sich die 130 Katholiken durch das Geburtshaus des weltberühmten Komponisten Frédéric Chopin in Zelazowa Wola und dessen herrlichen bunten Blumengarten führen und aus seinem bewegten Leben erzählen, während beeindruckende Werke des großen Meisters zu hören waren. Anschließend wurden die historische Altstadt von Plock und das Kongregationshaus, in dem Schwester Maria Faustyna Kowalska die Botschaft vom barmherzigen Jesus empfing, besichtigt. Die Backstube, in der die im Jahre 2000 heiliggesprochene Ordensschwester lange und schwer arbeiten musste, ist noch erhalten, ebenso die Klosterzelle der Mystikerin. In der altehrwürdigen Kathedrale St. Maria Himmelfahrt in Plock, der Bischofskirche, feierte die dankbare Pilgergemeinde vor einer Domführung eine Abendandacht.

 

Kaplan Popieluszko - ein Märtyrer

Der letzte Tag der Pilgerreise führte die Christen ans Grab und zur Kirche des Kaplans Jerzy Popieluszko, dem seine große Liebe zu Gott und den Menschen das Leben kostete: Als Seelsorger für die Warschauer Stahlarbeiter kritisierte er in seinen Predigten das 1981 verhängte Kriegsrecht in Polen und das Verbot der Gewerkschaft Solidarnosc - 1984 wurde der nur 37 Jahre alte Priester vom kommunistischen polnischen Staatssicherheitsdienst entführt, grausam zu Tode gefoltert und in die Weichsel geworfen, wie eine Museumsführung den Wallfahrern erläuterte. "1997 leitete Papst Johannes Paul II. das Seligsprechungsverfahren ein", erzählte der heutige Kaplan. Nach einer festlichen Messfeier in der Kirche des Heiligen Stanislaus Kostka, der ein Nationalpatron Polens ist, wurde auch das große Mahnmal an der Stelle des ehemaligen Ghettos besucht, vor dem es am 7. Dezember 1970 zum weltberühmten "Warschauer Kniefall" Willy Brandts kam.

Zum Abschluss der Pilger- und Studienreise wurden der prunkvolle Wilanow-Palast, die große Sommerresidenz des Königs Johann III. Sobieski, mit ihrer unschätzbaren, überladenen Kunstsammlung und der große, symmetrisch angelegte Schlosspark bestaunt. Auf der An- und Rückreise über Berlin erhielt die Pilgergruppe im Sonderzug zusätzlich zwei Stadtrundfahrten mit Erläuterungen der Sehenswürdigkeiten durch Ewald Schenk. Mit einem Abendgebet im Zug dankte die Pilgergemeinschaft ihrem Herrgott auf der Heimreise für diese glaubensstärkenden Tage des Betens, Besinnens auf Gott und die beeindruckende Besichtigung der altehrwürdigen Kirchen, bedeutenden Schlösser und herrlichen Parks.

 

Bericht und Fotos: Manfred Bick, Allgemeine Laber-Zeitung.