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"Venedig – wie es kaum einer kennt"

Auf alten und neuen Glaubensspuren in Venetien unterwegs - Pilger- und Studienreise führte Geiselhöringer Katholiken nach Venetien

 


Die Geiselhöringer Pilger versammelten sich vor der altehrwürdigen Marienwallfahrtskirche Madonna di Monte Berico mit allen anwesenden Katholiken zu einem gemeinsamen Gruppenbild

 


Im Dom von Montagnana versammelten sich die Geiselhöringer 
Christen zu einem festlichen Abendgebet

 


Stadtpfarrer Josef Ofenbeck (mitte) feierte mit "Pilgerpfarrer" BGR 
Lorenz Hägler (4. von rechts), sechs weiteren Mitbrüdern und vielen 
Pilgern im Wallfahrtsort Madonna di Monte Berico eine festliche heilige Messe, bei der einige Kinder aus der Reisegruppe ministrierten

 

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Geiselhöring (bi). Die Pilger- und Studienreise mit Stadtpfarrer Josef Ofenbeck und Pfarrer i. R. BGR Lorenz Hägler führte von 25. bis 29. Mai mit einem Sonderzug in die Region von "Venedig – wie es kaum einer kennt". Die Gruppe der 49 Pilger um Stadtpfarrer Ofenbeck war bunt gemischt - von Familien mit Kindern, die bei den Messfeiern ministrierten, bis zur rüstigen ältesten Teilnehmerin mit 91 Jahren: Die Gemeinschaft im Glauben, die festliche Gottesdienstfeier in altehrwürdigen Kathedralen, aber auch das Staunen über Gottes herrliche Natur Venetiens ließen diese Tage für alle zu einer die Seele berührenden und den Glauben vertiefenden und bestärkenden Pilgerreise werden. Zur Ehre Gottes und zur Freude der Teilnehmer erstellte Monsignore Franz Meiler für die Gottesdienste dieser Reise eigens Liedblätter, die der Organist Josef Merl festlich umrahmte.

Dass die landschaftliche Schönheit Venetiens nicht nur im Meer liegt, konnte die große Pilgergemeinde auf der Fahrt zu den Berici-Bergen zum altehrwürdigen Wallfahrtsort Madonna di Monte Berico erfahren. Die nicht nur durch ihre Größe beeindruckende Marienkirche steht auf der Stelle, an der zwei Mal die Gottesmutter erschien. Hier feierte die Pilgergemeinde mit Stadtpfarrer Josef Ofenbeck als Hauptzelebrant eine festliche heilige Messe, an der auch viele einheimische Katholiken teilnahmen. Anschließend übergab Pfarrer i. R. Lorenz Hägler die mitgebrachte große Pilgerkerze dem dortigen Rektor, der zu Ehren der Pilger aus dem Bistum Regensburg zehn der 14 Glocken im hohen Turm läuten ließ. Eine Führung durch die malerische mittelalterliche Stadt Vicenza stellte weitere architektonische Schönheiten Venetiens vor, während der Besuch eines Weinbauern zur Mittagszeit die kulinarischen Köstlichkeiten der Region vermittelte. Den Abschluss des ersten Tages bildete eine Andacht im Dom von Montagnana, der besterhaltendsten mittelalterlichen Stadt Italiens, wovon sich die beeindruckten Christen bei einer Stadtführung überzeugen konnten.

Am nächsten Tag ging die Reise per Schiff zur Insel Torcello mit ihrer im Jahre 1008 geweihten großen Basilika Santa Maria Assunta, einige Teile gehen noch auf den Vorgängerbau aus dem 7. Jahrhundert zurück. Der kostbarste "Schatz" dieser Kathedrale sind die großen byzantinischen Wandmosaiken der Muttergottes und des Weltgerichts sowie das Bodenmosaik. In heutiger Zeit wird dieses Gotteshaus leider nur noch als "Museum" benutzt, die Pilgerschar um Stadtpfarrer Ofenbeck und Pfarrer i. R. Hägler besuchte die altehrwürdige Kathedrale aber zu dem Zweck, aus dem sie vor über tausend Jahren erbaut wurde: zur Feier der heiligen Eucharistie. Die Insel Torcello wird auch als "Mutter Venedigs" bezeichnet, weil von hier aus die ganze Lagune besiedelt wurde. Auf der Weiterfahrt mit dem Schiff durch die Lagune von Venedig wurde die Insel Murano mit ihren bunten Häusern und eine der weltbekannten Glasbläsereien besichtigt: Ein Handwerksmeister fertigte vor den Augen der Besucher geschickt eine kunstvolle Vase und Tiere an und erläuterte die Geschichte dieser Insel.

Anschließend fuhren die Pilger mit dem Schiff weiter nach Venedig, wo die Möglichkeit bestand, mit der Reiseleitung die Atmosphäre dieser einmaligen und faszinierenden Stadt zu erkunden: Beginnend am Dogenpalast, weiter zum Markusdom und dem Campanile bis zur Rialtobrücke erschloss sich Venedig den Wallfahrern auf seine ganz eigene Art: durch malerische verwinkelte Gässchen oder auf romantischen Wasserstraßen. Das venezianische Flair mit seinen vielen Kirchen, die vom tiefen Glauben der Menschen seit Jahrhunderten bis in die Gegenwart zeugen, beeindruckte die große Pilgergemeinde auf seine besondere Weise und lud zum Verweilen im Gebet ein.

Am Freitag, 28. Mai, erreichten die Wallfahrer durch unbeschreibliche Landschaft entlang der venezianischen Lagune die Stadt Chioggia, die auf Holzpfählen errichtet ist und wegen ihres Aussehens auch "Klein-Venedig" genannt wird. In der Basilika San Giacomo, eine hohe und ungewöhnlich sonnige Kirche aus dem Jahr 1742, wurde die heilige Messe gefeiert und der Ortspfarrer verabschiedete die Christen aus dem Bistum Regensburg mit den Worten: "Lang lebe Bayern!" Nach der Stadtbesichtigung dieses idyllischen Ortes ging die Pilger- und Studienreise mit dem Bus weiter nach Padua zum Grab des Heiligen Antonius in der großen Basilika von Padua, die jährlich über zehn Millionen Christen besuchen. In einer Seitenkapelle versammelten sich die Pilger zu einer gemeinsamen Andacht, um ihrem Herrgott für diese im Glauben bestärkenden Tage, aber auch für das herrliche Wetter zu danken. Auf der Heimreise im Pilgersonderzug stimmte Monsignore Franz Meiler über Lautsprecher das Abendgebet an und lud alle zum Mitsingen ein, zur Ehre Gottes und aus Freude über die schönen vergangenen Tage.

 

Bericht und Fotos: Manfred Bick jun., Allgemeine Laber-Zeitung.