A K T U E L L E S

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"Unsere Geschichte ist eine Pilgerfahrt durch die Zeit"
Pilger- und Studienreise mit Dekan Josef Ofenbeck
ins Königreich Belgien

 


Pfarrer i. R. BRG Lorenz Hägler überreicht dem Ortsgeistlichen der
Peter-und-Pauls-Kathedrale von Oostende die große Pilgerkerze,
die zuvor durch die Reihen der Pilger gereicht wurde

 


Die Stadtführung in Brügge führte die Pilger um Dekan Josef Ofenbeck (links) auch auf den Marktplatz mit seinem alten Rathaus

 


Dekan Josef Ofenbeck (Mitte) als Hauptzelebrant und Pfarrer i. R. BGR Lorenz Hägler (4. v. li.) feierten im Dom St. Michael und Gundula
in Brüssel mit ihren Pilgern die heilige Messe.

 

 

Geiselhöring. (bi). Die Pilger- und Studienreise der katholischen Pfarrei Sankt Peter und Erasmus führte mit Dekan Stadtpfarrer Josef Ofenbeck und Pfarrer i. R. BGR Lorenz Hägler vom 29. Mai bis 2. Juni nach Oostende ins schöne Nachbarland Belgien. Auch viele Teilnehmer aus der Seelsorgseinheit Geiselhöring mit Umland machten sich diese fünf Tage auf den Weg des Glaubens und der Kultur durch die Geschichte und die Gegenwart Flanderns und Brabants. Das kleine Königreich Belgien zeigte sich mit sonnigem Wetter inmitten idyllischer grüner Natur bis zum malerischen Nordseestrand, durch die Gastfreundschaft seiner Bewohner und die kulinarischen Köstlichkeiten, wie zum Beispiel Fischgerichte, von seiner besten Seite. So wurde diese Zeit des Betens und Singens, der herrlichen Gottesdienste mit mutmachenden Predigten in den großen, altehrwürdigen Kathedralen Belgiens zu einer Herz und Seele bereichernden und den Glauben vertiefenden Reise in gelungener christlicher Gemeinschaft.

 

Gedenkgottesdienst in Oostende

Zu Beginn der Pilger- und Studienreise wurde in der Nordsee-Küstenstadt Oostende (70.000 Einwohner), dem Quartiersort der Pilgergruppe, in der neugotischen Peter-und-Paul-Kathedrale eine festliche heilige Messe gefeiert, in der besonders des kürzlich mit 37 Jahren verstorbenen langjährigen Reiseleiters Andrea Briscoli, gedacht wurde.

"Unsere Geschichte ist eine Pilgerfahrt durch die Zeit", verglich BGR Lorenz Hägler und machte Hoffnung: "Unser irdisches Leben geht ins ewige hinüber" Die große Pilgerkerze wurde durch die Reihen der Reiseteilnehmer gereicht und jeder konnte symbolisch seine Bitten und Sorgen, aber auch Dank und Hoffnung darauf übertragen, dann wurde sie dem Dom gestiftet.

Nach einem kurzen Rundgang durch die Hafenstadt fand für die Pilger ein kleiner Empfang im Rathaus von Oostende statt. Weiter ging die Reise zur alten idyllisch gelegenen Dünenkirche "Unsere liebe Frau" mit einer kurzen besinnlichen Gebetszeit. Am Nachmittag stand nach einer Busrundfahrt entlang der Nordseeküste, vorbei am Fort Napoleon und den Resten des Atlantikwalls, die Besichtigung einer Austernzucht auf dem Programm: Hierbei konnten die "Meeresfrüchte" in verschiedenen Wachstumsstadien besichtigt werden und eine Multimediashow erläutete anschaulich die Zucht. Vorbei am malerischen Dorf Stene beendete ein Rundgang durch den großen Hafen und an der Uferpromenade in Oostende entlang der Nordsee den Tag.

 

Brüssel – Hauptsitz der EU

Den Donnerstag verbrachten die Pilger in der belgischen Hauptstadt Brüssel, die 150.000 Einwohner besitzt und Hauptsitz der Europäischen Union ist. Nach einer Stadtrundfahrt durch diese pulsierende Kultur- und Handelsstadt, vorbei am königlichen Schloss von Laeken, dem chinesischen Pavillon und dem japanischen Turm, wurde am Atomium, dem Wahrzeichen der Weltausstellung von 1958, eine Fotopause eingelegt. Um 10 Uhr feierte die Christengemeinschaft, begrüßt durch den Dompfarrer, in der majestätischen Kathedrale St. Michael und St. Gundula, der im 15. Jahrhundert vollendeten Nationalkirche des Königreichs Belgien, die heilige Messe. In deren aufmunternden Predigt stellte Dekan Pfarrer Josef Ofenbeck, symbolisch für die Menschen, den treuen Dienst, die Harmonie und die Gemeinschaft der Pfeifen einer Orgel in die Mitte. Ein geführter Spaziergang durch den historischen Stadtkern mit seinen prächtigen Häusern mit reich verzierten Fassaden bezeugte die Bedeutung Brüssels in den vergangenen Jahrhunderten.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Zentrum stand der Nachmittag ganz im Zeichen der Gegenwart Brüssels - vorbei an modernen Hochhäusern mit Glasfassaden zu einem "Schnupperkurs" ins Europa-Parlament mit Besuch des CSU-Abgeordneten Albert Deß, MdEP, der seit 2004 der EVP-Fraktion angehört. Seine persönliche Mitarbeiterin begrüßte die große Pilgergruppe herzlich, führte sie in den großen Plenarsaal und gab eine erste Einführung in den Aufbau und die Arbeitsweise des Parlaments. Besonders interessant für die Pilger war die Erläuterung der christlichen Symbolik der Europaflagge: das Blau des Hintergrunds und der Sternenkranz als Symbol für die Gottesmutter Maria. MdEP Albert Deß verstand es auf sympathische, kurzweilige und informative Weise, seine Landsleute für die Aufgaben und die Arbeit des Europa-Parlaments zu interessieren, einen Einblick über wichtige Entscheidungen zum Wohle von 500 Millionen EU-Bürgern zu bieten und Fragen der bayrischen Besuchergruppe freundlich und fachkompetent zu beantworten. Eine Busrundfahrt durch die "europäische Hauptstadt" rundete den interessanten Tag in Brüssel ab.

 

Brügge – Weltkulturerbe

Am Freitag, 1. Juni, unternahm die Pilgergemeinde um Pfarrer Ofenbeck einen Ausflug in die traditionsreiche Handels- und Bischofsstadt Brügge, die mit über 110.000 Einwohnern die größte Stadt Westflanderns ist. Die mittelalterliche Altstadt wurde vor zwölf Jahren von der UNESCO aufgrund ihrer Besonderheit sogar zum Weltkulturerbe erklärt. Gleich nach der Ankunft versammelten sich die Christen in der altehrwürdigen gotischen Liebfrauenkirche, deren Anfänge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, zur Feier der heiligen Eucharistie.

Eine Kirchenführung durch die große und bedeutende Liebfrauenkirche, ihr über 122 Meter hoher Backsteinturm prägt markant das mittelalterliche Stadtbild, schloss sich an. Als die wertvollste Heiligenstatue der Kathedrale wurde die über 500 Jahre alte "Brügger Madonna" von Michelangelo bestaunt. Auch in Brügge zeigte sich das Königreich Belgien kulinarisch von seiner besten Seite: Nach dem Mittagessen in einer Brauerei (mit Fisch, Fleisch und Gemüse der Region), zu dem auch ein typisches Bier der Region serviert wurde, konnten am Nachmittag auch belgischen Waffeln oder Schokolade probiert werden. Nicht nur bei der Stadtführung zu Fuß konnte das historische Zentrum der alten Handelsstadt Brügge mit seinen stolzen Bürger- und Handelshäusern mit imposanten Giebeln und kleinen Türmchen, verwinkelten Gässchen und alten Brücken entdeckt und bestaunt werden: Das gotische Rathaus, der 83 Meter hohe Glockenturm Belfried am alten Marktplatz oder der Beginenhof (eine Klosteranlage) luden zum Verweilen ein: Eine Grachtenfahrt durch malerische Kanäle entlang der historischen Backsteinhäuser und vorbei an romantisch begrünten mittelalterlichen Fassaden bewies den beeindruckten Studienreisenden zurecht, warum Brügge oft auch als "Venedig des Nordens" bezeichnet wird.

Zum Dank für diese glaubensstärkenden Tage der christlichen Gemeinschaft mit festlichen Gottesdienstfeiern in großen Kathedalen, unterwegs in beeindruckenden Städten, umgeben von Gottes herrlicher Schöpfung der Natur Belgiens vom Nordseestrand bis ins grüne Hinterland dankten die Pilger- und Studienreisenden auf der Heimreise dem Herrgott mit einer Dankandacht für diese unvergesslichen, herrlichen Tage, die Gastfreundschaft und für die ergreifenden Gottesdienste.

 

Bericht und Fotos: Manfred Bick jun., Allgemeine Laber-Zeitung.